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Dienstag, 22. Dezember 2009Bankberater - eine Phantasiebezeichnung?Allmählich dämmert es auch den letzten Gutgläubigen, dass Menschen, die in Banken arbeiten nur in seltenen Ausnahmefällen die Berufsbezeichnung "Berater" verdienen. Regelmäßige Tests der "Beratungsleistung", wie zuletzt auch von Finanztest, zeigen wie unangebracht der Begriff eigentlich ist. Die Bezeichnung war wahrscheinlich als Durchgangsstadium notwendig, denn früher geisterte ja oft der noch schlimmere Begriff "Bankbeamte" umher. Damit sollte vermutlich das besondere Vertrauen in den Sparkassen-Sachbearbeiter vor Ort zum Ausdruck gebracht werden, das damals womöglich auch noch gerechtfertigt war. Diese Zeiten sind, das zeigen die zurückliegenden zwölf Monate sehr deutlich, lange vorbei - und hoffentlich bald auch die Verwendung des Begriffs "Berater" für Menschen, die schlicht und einfach Finanz- und Versicherungsprodukte verkaufen wollen. Warum nennen wir sie nicht einfach auch so? Schließlich geht man ja auch nicht zum "Mobilitätsberater" wenn man sich ein Auto kaufen will.  (mp)    Mittwoch, 16. Dezember 2009Was auf die BayernLB-Krise folgtNach dem Milliarden-Debakel der Bayerischen Landesbank in Österreich geraten auch Bayerns Politiker unter Beschuss. "Wer keine Bankbilanzen lesen kann, ist als Kontrolleur nicht geeignet", sagt Bankenexperte Wolfgang Gerke im Bayerischen Rundfunk. Und Ministerpräsident Seehofer will lückenlos aufklären. Das wird natürlich irgendwann Schnee von gestern sein. Denn Minister erklären sich und werden daraufhin abgelöst oder auch nicht. Was bleibt sind aber die 3,7 Milliarden Euro Staatsschulden, die die Landesbank den bayerischen Steuerzahlern eingebrockt hat. Allein Bayerns Schulen, die laut Haushalt 6,4 Milliarden Euro kosten, wären damit über ein halbes Jahr lang versorgt gewesen. Alternativ hätte man aber auch 1.000 zusätzliche Lehrer einstellen und über 70 Jahre lang bezahlen können. Mit Humor lässt sich das auch in dieser Jahreszeit nicht mehr abtun. (msch) Mittwoch, 16. Dezember 2009Welchen Preis hat "Qualitätsjournalismus"?Seit gestern verlangt das „Hamburger Abendblatt“ für den Abruf der Lokal-Artikel auf abendblatt.de eine Monatsgebühr von 7,95 Euro im Monat. Als Begründung führt der Vize-Chefredakteur Matthias Iken an: „Qualitätsjournalismus ist per se nicht kostenlos, sondern kostenintensiv. Wer Qualitätsjournalismus zum Nulltarif will, will keinen Qualitätsjournalismus“. Die These des Hamburger Abendblatts lautet: Unsere Artikel kosten etwas, weil sie von guter Qualität sind. Doch das ist falsch. Auch Güter schlechter Qualität haben einen Preis. Zudem ist die Höhe des Preises einer Ware nicht an deren Güte gekoppelt. Wieviel etwas kosten darf, bestimmen einzig die potentiellen Käufer. Der Preis einer Ware ist das, was der Käufer bereit ist, dafür zu bezahlen. Jeder, der schon mal ein Auto verkauft hat, weiß das. Manchmal erzielen qualitativ höherwertige Waren zwar einen höheren Preis, doch das ist nicht notwendig so. Das zeigen jeden Tag die vielen Millionen Kaufakte, bei denen Menschen für Ramsch aller Art viel Geld auszugeben. Dienstag, 15. Dezember 2009Schwarz-Gelb: Lack schon ab?Sogar die sogenannten Top-Entscheider (wahrscheinlich eine ernstgemeinte Abgrenzung zu den immer häufiger anzutreffenden betrieblichen Halbleitern) sind von der neuen Bundesregierung enttäuscht. "550 Führungsspitzen", die vom Allensbacher Institut im Auftrag von Capital befragt wurden, zeichnen ein doch eher düsteres Bild von der einstigen Wunschkoalition: 49 Prozent von ihnen halten die angekündigten Steuersenkungen ("Wachstumsbeschleunigungsgesetz") für falsch. Die für 2011 vorgesehenen weiteren Entlastungen werden von 78 Prozent der Befragten für "unrealistisch" gehalten. In der Gesamtbeurteilung der neuen Merkel-Mannschaft zeigen sich sogar 63 Prozent der Wirtschaftsspitzen enttäuscht. Nur 48 Prozent glauben, dass Schwarz-Gelb das Land voranbringen werde. Dieser Wert liegt übrigens um vier Prozentpunkte unter dem damals für die Große Koalition im "Capital-Elitepanel" gemessenen Wert. (mp) Donnerstag, 10. Dezember 2009Strafsteuer für Banker
Manchmal ist das so bankenfreundliche Großbritannien doch noch für Überraschungen gut: Boni für Banker, die 25.000 britische Pfund übersteigen (ca. 27.500 Euro), werden mit einer Strafsteuer von 50 Prozent belegt, hat der britische Finanzminister mit dem schönen Namen Alistair Darling jetzt verkündet. Londons Banker schäumen.
So sollen die aufkeimenden Gehaltsexzesse der Geldhäuser ausgebremst werden. In Deutschland hofft man dagegen auf eine Selbstverpflichtung der Banken, nicht (wieder) über die Stränge zu schlagen. Wie viel man davon erwarten darf, zeigt ja – pars pro toto, sind wir mal polemisch – die Haltung des nicht übermäßig erfolgreichen Georg Funke, der die systemisch so wichtige Hypo Real Estate an die Wand steuerte (sie bedurfte infolge seiner exorbitanten Managementleistung staatliche Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro vom Staat). Jetzt fordert der ehemalige Bankmanager Funke rund 3,5 Millionen Euro Gehaltsnachzahlung und hat offenbar eine entsprechende Klage beim Landgericht München eingereicht. Das gibt doch Hoffnung für Selbstverpflichtungen jedweder Art aus Bankenkreisen. (mp) Montag, 7. Dezember 20094.439 Euro pro SekundeHeute ist jeder Bundesbürger mit 20.054 Euro verschuldet, rein rechnerisch versteht sich. Jede Sekunde wächst die Staatsverschuldung um 4.439 Euro. So weist es die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler aus. Werte, die normale Menschen zumindest unruhig auf dem Sitz umherrutschen lassen. Wie soll man das in Zukunft in den Griff bekommen? Blättert man sich durch den Internetauftritt der selbsternannten Steuerzahlerlobbyisten, reibt man sich allerdings verwundert die Augen. Dort fordert der Chef-Steuerzahler Karl-Heinz Däke unter der auf die FDP-Wahlwerbung anspielenden Überschrift „Versprochen - gebrochen?“ die zügige Umsetzung des „Wachstumsbeschleunigungsgesetzes“. Begründung des Herrn Däke: „Deutschland hat zur Bundestagswahl 2009 mehrheitlich Steuersenkungen gewählt!“ Däke macht sich also für ein Gesetz stark, das in fachkundigen Kreisen überwiegend mit Kopfschütteln aufgenommen, von der Opposition mit „Schuldenbeschleunigungsgesetz“ beschrieben und sogar von Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit den Worten quittiert wurde: „Ihr habt sie doch nicht alle“. Däke macht sich damit auch den Kinderglauben der FDP zu eigen, auf Pump finanzierte Steuersenkungen würden sich irgendwann auszahlen. Weltweit sucht man bisher zwar vergeblich ein solches Fall-Beispiel. Macht aber nix - denn Wirtschaft ist ja, wie wir alle wissen, ohnehin zu 50 Prozent Psychologie. Juristisch lässt sich der Koalitionsvertrag, in dem das schuldenfinanzierte Steuergeschenk wider die Schuldenbremse vereinbart ist, auch als Vertrag zu Lasten Dritter bezeichnen. Denn er bürdet den Ländern und Kommunen Kosten auf, für die sie gar nicht verantwortlich sind. Im Zivilrecht wäre so etwas nicht möglich. Im „Koalitionsrecht“ ist es das schon. (mp)
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Do, 09.09.2010 08:55
Ironischerweise frage ich mich, inwiefern die "Postbank" z.B. die emotionale Komponente im Rahmen ihrer Kundenakqu [...]
Mo, 06.09.2010 12:57
Mann Leute, lest doch mal genau! Da steht doch, dass der Blog kein Diskussionsbeitrag zu den Thesen von Sarrazin i [...]
Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]