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Mittwoch, 27. Januar 2010Mir kennet älles, bloß net denka
In Baden-Württemberg kann man ja angeblich alles, außer Hochdeutsch. Dass es bei manchen Schwaben nicht nur an der Sprache, sondern auch am Denken hapert, zeigt ein Interview des dortigen CDU-Abgeordneten Reinhard Löffler mit evangelisch.de.
Dort lobt der Rechtsanwalt Löffler die "islamische Finanzethik" und verbreitet die Mär vom Zinsverbot im Islam: "Die moralische Verwahrlosung in unserem System hat uns an den Abgrund geführt ... Das scharia-konforme System samt Zinsverbot und strengen ethischen Regeln bei Derivaten und Warentermingeschäften dagegen hat die Krise weitgehend unbeschadet überstanden". Das Zinsverbot gibt es zwar im Islam nominell, doch sachlich betrachtet werden im "scharia-konformen" Finanzsystem genauso Zinsen erhoben wie im säkularen kapitalistischen System, nur dass das durch allerhand Tricks und Begriffsakrobatik heuchlerisch verschleiert wird. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Reinhard Löffler bemüht in seinem Interview auch die abgeschmackteste und geistloseste aller Erklärungen für die sogenannte Finanzkrise - die Gier. "Die Todsünde Gier hat unserem Finanzmarkt enorm geschadet", urteilt Löffler über die durch das staatliche Geldmonopol und den Interventionismus verursachte Krise (siehe dazu z.B Arnold Klings Analyse „Not What They Had in Mind: A History of Policies that Produced the Financial Crisis of 2008“). Die von Politikern gewollte und geforderte Geldmengenausweitung durch die Zentralbanken hat zu einer Kreditpyramide geführt, die dann eingestürzt ist. "Der künstliche Boom, die Spekulationen und die moderen Finanzprodukte wurden erst durch das im Übermaß verfügbare ‚billige Geld’ attraktiv und in diesem Ausmaß möglich“, analysiert Michael von Prollius in seinem Buch "Die Pervertierung der Marktwirtschaft". Ohne diese verantwortungslose Politik des billigen Geldes hätten die Akteure noch so gierig sein können, sie hätten mangels eines Instruments nicht diesen Schaden anrichten können. Liest man die Liste der "Funktionen und Mitgliedschaften", die MdL Reinard Löffler auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, kommt einem der Gedanken, ob es so etwas wie Pöstchen-Gier geben könnte. Neben seiner Arbeit als Abgeordneter ist er: - ehrenamtliche Tätigkeit im Kirchengemeinderat St. Clemens Stuttgart-Botnang und im Caritasrat, - Mitglied des Verwaltungsrats der Stuttgarter Philharmoniker, - Mitglied des Verwaltungsrats der Württembergischen Staatstheater Stuttgart, - Mitglied des Beirats des Linden-Museums, - Mitglied der Jury für den Hegelpreis der Landeshauptstadt Stuttgart, - Aufsichtsrat Landesmesse, - Aufsichtsrat SSB, - Lehrbeauftragter, - Direktor der IBM Deutschland GmbH, - Mitglied des Aufsichtsrats der Objektgesellschaft Schleyer- Halle und Neue Arena GmbH & Co. KG, - Mitglied des Aufsichtsrats der Landesmesse Stuttgart GmbH, - Mitglied des Aufsichtsrats der Stuttgarter Straßenbahnen AG, - Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Filderwasserversorgung, - Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Strohgäuwasserversorgung. Ob das „scharia-konform“ ist? (wh) Mittwoch, 27. Januar 2010„Fear the Boom and Bust“- Wirtschaftstheorie als Rap
In der Hotel-Schublade liegt statt des Neuen Testaments Keynes „General Theory of Employment, Interest and Money“, die Wirtschafts-Bibel unserer Politiker, die seit Jahrzehnten ihre missratene Politik danach ausrichten – von Roosevelt und Hitler bis zu Schmidt und Merkel.
Mit dieser herrlichen Idee beginnt das Video „Fear the Boom and Bust – a Hayek vs. Keynes Rap“ von John Papola und Russ Roberts. Papola ist Produzent und Regisseur am Broadway, Roberts ist Wirtschaftsprofessor an der George-Mason-Universität in Virginia. Es ist großartig, wie die beiden die Essenz der Theorien John Maynard Keynes’ (im Bild rechts) und Friedrich August von Hayeks in Reime gefasst und als Rap-Video inszeniert haben, z.B. im Refrain (den Text kann man hier mitlesen): Donnerstag, 21. Januar 2010Rot, gelb, grün – schwarz auf weiß
Was politische Diskussionen angeht, neigt der eine oder andere - oft sogar entgegen eigener Intention – zur Schwarz-Weiß-Malerei. Da ist die Agenda 2010 ein kompletter Reinfall gewesen, wenngleich die wenigsten wissen, was sich eigentlich en detail dahinter verbirgt. In Afghanistan verteilen die Deutschen entweder Bonbons oder sind Kriegstreiber. Und der Fiskus schröpft ohnehin nur den kleinen Mann.
Dabei könnte das Leben so bunt sein! An Meinungen. An Lebensentwürfen. An Alternativen. Übrigens auch an Briefumschlägen. Letzteres funktioniert aber nur bedingt mit der Deutschen Post. Zumindest lässt sie es sich teuer bezahlen. Wer einen Standardbrief innerhalb Deutschlands verschickt, zahlt dafür gewöhnlich 55 Cent. Was viele nicht wissen: Für bunte Briefe sind 90 Cent fällig. Begründung: Die Maschinen in den Briefzentren könnten auf farbigen Umschlägen die Adresse zuweilen nicht erkennen - so, so. Wer sich über die Farbenblindheit deutscher Postverteilermaschinen hinwegsetzt und bunte Geburtstagswünsche mit Standard-Porto in den Kasten wirft, verschickt teure Grüße. Der Empfänger muss nicht nur die 35 Cent Aufschlag sondern auch noch 51 Cent „Einziehungsgeld“ löhnen. Den Farb-Zuschlag des Versand-Dienstleisters moniert nun die Monopolkommission. Verbraucherschützer halten ihn für nicht rechtens, da er nirgends explizit aufgeführt wird. Chancen auf eine buntere Briefwelt ohne Mehrkosten - und damit ein noch farbenfroheres Leben? Wir dürfen gespannt sein! (sf) Donnerstag, 21. Januar 2010Klare Worte zur Krise
„Nahezu allgemein wird behauptet, die schwere Wirtschaftskrise, unter der die Welt gegenwärtig leidet, hätte den Beweis für die Unmöglichkeit des Festhaltens am kapitalistischen System erbracht. Der Kapitalismus, meint man, habe versagt und man müsse an seine Stelle ein besseres System treten lassen. Daß das gegenwärtig herrschende System versagt hat, kann wohl niemand bestreiten. Doch eine andere Frage ist es, ob dieses System, das versagt hat, das kapitalistische System gewesen ist oder ob nicht gerade die antikapitalistische Politik, Interventionismus und Staats- und Kommunalsozialismus an der Katastrophe die Schuld tragen.
Die schweren Erschütterungen der Wirtschaft sind das notwendige Ergebnis einer Politik, die das Wirken des Marktes, des Regulators der kapitalistischen Produktion unterbindet. Wenn man alles daran setzt, zu verhindern, daß der Markt seine Funktion, Angebot und Nachfrage zur Deckung zu bringen, erfüllt, darf man sich nicht wundern, daß dauernd ein krasses Mißverhältnis zwischen beiden bestehen bleibt, daß es viele Millionen Arbeitslose gibt, daß Waren unverkäuflich sind, daß Fabriken stillstehen, daß Not und Elend wachsen und schließlich als Folge davon in der Politik ein destruktionistischer Radikalismus um sich greift.“ Das schrieb 1931 Ludwig von Mises, der bedeutendste Ökonom des 20. Jahrhunderts, über die Weltwirtschaftskrise. Sein Urteil ist auf die heutige Situation bezogen genauso wahr wie damals, und es wird von den Politikern – den schwarzen, gelben, grünen und roten Sozialisten - heute genauso ignoriert wie damals. (wh) Montag, 18. Januar 2010Blütezeit im JanuarDiesmal war es zwar kein Flick, aber ein Finck - August Baron von Finck, Miteigentümer der Mövenpick-(Hotel-)Gruppe -, der sich um die Pflege der Parteienlandschaft verdient gemacht haben soll. Eine Millionenspende der mit den Vorgenannten verflochtenen Düsseldorfer Substantia AG sollte der unterfinanzierten FDP, immerhin ja die Partei der Wirtschaftsexperten, ein wenig zur finanziellen Blüte verhelfen. Wir erinnern uns: Eines der tragenden Säulen des von der FDP forcierten Wachtumsbeschleunigungsgesetzes war die Senkung der Mehrwertsteuersätze für die Hotellerie von 19 auf sieben Prozent. Heute erfahren wir durch eine dankenswerte Klarstellung der FDP-Fraktionsvorsitzenden und Diplom-Verwaltungswirtin Birgit Homburger, die Millionenspende und die Steuersenkung  „hat absolut nichts miteinander zu tun“. Wer so formuliert, lässt vermuten, dass eher das Gegenteil des Gesagten der Fall ist. (mp)  Donnerstag, 14. Januar 2010Gleich, gleicher, VergleichGerade auf dem Marktsegment der Internet-"Vergleichsportale" leben wir in der Zeit der Selbstbeweihräucherung. So lässt der eine Anbieter sich von ein paar FH-Studenten eine recht überschaubare Powerpoint-Präsentation zimmern - und publiziert dies vollmundig als Studie, aus der er natürlich als Sieger hervorgeht. Diese Woche nun belobigt sich eine andere Internetseite als diejenige mit dem "umfassendsten Geldanlage-Vergleich" - nur am Rande angemerkt: ein juristisch gefährlicher Superlativ. Schaut man sich den Internetauftritt dieses Anbieters an, dann findet man dort Meldungen - wohlgemerkt am 13. Januar 2010 - mit so schönen Titeln wie: "Geld als Weihnachtsgeschenk", "Weihnachten 2009 - Spenden und Steuern sparen" oder gar; "Auch nach dem 30. November die Autoversicherung kündigen". Nun ja, wollen wir nicht schlussfolgern, dass die Daten des angeblich "umfassendsten Geldanlage-Vergleichs" das selbe Frische-Datum aufweisen wie das über sein Verfallsdatum weit hinausreichende Meldungsbeiwerk. Denn dann wäre der Vergleich unbesehen ein klarer Fall für die Rundablage. (mp) Mittwoch, 13. Januar 2010Männer besser überwachen
Nun scheint auch die deutsche Justiz gegen das tradierte Rollenbild - Mann am Computer, Frau am Herd - Gründe zu sammeln. Eine Bayerin hatte, wohl in Wahrnehmung ihrer familiären häuslichen Pflichten, ihren Computer nicht ausreichend überwacht. Prompt wurde die bescheidene Zahl von 964 Musikstücken von ihrem Mann und/oder den Kindern heruntergeladen. Sie selbst schwieg sich aus, wer der Musikfreund war. Ein teures Schweigen: Vier Plattenfirmen mahnten sie ab, was mit rund 2400 Euro zu Buche schlug (umgerechnet macht das für jedes Lied, ungeachtet der Qualität, knapp 2,50 Euro).
 Ihrer Familie hatte sie in mütterlicher Strenge zwar untersagt, solche Dinge an ihrem Rechner zu machen, insbesondere die illegale Benutzung von Musiktauschbörsen. Wer selber Kinder oder gar einen Mann zu Hause hat, weiß ja wie das ist mit Verboten....  Auch dem Oberlandesgericht Köln war das nicht genug: Ein bloßes Verbot genüge nicht, wenn es praktisch nicht überwacht werde, so die rheinischen Juristen (Az.: 6 U 101/09).  Das kann für - bayerische - Frauen nur bedeuten: Ihr künftiger Platz ist dank dieser Rechtsprechung an der Seite des Mannes - und vor dem Rechner. (safi/mp) Samstag, 9. Januar 2010Handytarife auswählen - nur mit StudienabschlussWer einen Telefontarif ohne journalistische Unterstützung auswählen will, braucht Zeit, Nerven, Geduld und gute Augen. Noch besser wäre ein Universitätsabschluss – denn ohne Fußnoten geht es anscheinend nicht. Wer bei T-Mobile die Übersicht versprechende Seite Tarifübersicht anklickt, findet beim Herunterscrollen 50 – in Worten fünfzig - Fußnoten zu den Tarifen. Zur besseren Lesbarkeit sind die Fußnoten in kleinster Schrift in hellgrau auf hell-hell-grau geschrieben. Da wird der Begriff Transparenz offenbar vollkommen neu definiert. Was, fragt man sich, ist neben der absurden Anzahl von Anmerkungen so furchtbar, dass man Detailangaben auf diese Weise verstecken muss? Ein kleiner Tipp für Leidensgenossen: Anstatt die Lupe verzweifelt vor den Bildschirm zu halten, reicht das Drücken der Tastenkombination „strg" und „+" – und schon werden die kleinen Fiesitäten des Kleingedruckten lesbar. (Mit „strg" und „-" verkleinern sie die Seite wieder). E-Plus hingegen will seine Kunden gar nicht erst mit so lästigen Details wie Mindestvertragslaufzeiten oder dem Ausschluss von Internet-Telefonie langweilen. E-Plus-Kunden müssen sich die Fußnotenerläuterungen erst einblenden lassen, um sie zu sehen: in Minischrift versteht sich, aber immerhin schwarz auf weiß. O2 macht es ähnlich, nur heißen die Fußnoten hier „Rechtliche Hinweise" und sind klein, grau und klar: schwer lesbar. Auch Vodafone spart nicht mit Fußnoten – aber immerhin – Lockangebote wie die Superflat Internet Allnet für 84,95 Euro sind mit einem Sternchen versehen – und der nach den ersten drei Monaten anfallende Preis von 104,95 Euro steht unmittelbar unter dem Aktionspreis. Das ist doch eine geradezu entwaffnende Offenheit. Bei den meisten Anbietern muss man erst eine Seite runterscrollen, um eine solche Information zu bekommen. Schade nur, dass der Rest der Fußnoten zum Zeitpunkt der Recherche nicht mit den Erklärungen übereinstimmte. Wer beispielsweise die Taktung 60/1 erläutert haben will, erfährt stattdessen etwas über die Vorteile für Freiberufler. Freitag, 8. Januar 2010Sparkassen sagen SorryDas Geldkarten-Desaster dauert an, zumindest im Ausland. Die Sparkassen sind jetzt als erste aus der Deckung gekommen und wollen ihren Kunden die Gebühren ersetzen, die für die Bargeldbeschaffung mit alternativen Zahlungsmitteln entstanden sind, kündigte Heinrich Haasis jetzt an. Er ist der ansonsten streitbare Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. „Dies tut uns leid und wir entschuldigen uns dafür“, so Haasis wörtlich. Auch wenn Banken im Rahmen der vertraglichen Beziehungen zu ihren Kunden für etwaige von ihnen zu verantwortende Schäden ohnehin einzustehen haben, ist das doch mal eine – wenn auch späte – Klarstellung in neuer Tonart. Bleibt nur die Frage, was die Sparkassen hätten sparen können, wenn sie nicht die Kreditkarten einiger Direktbanken, die ja offenbar keine Chip-Probleme haben, teilweise von ihren Geldautomaten in Deutschland ausgeschlossen hätten? Nicht ohne Augenzwinkern meldet die ING-Diba ausgerechnet heute, dass es mit den von ihr ausgegebenen 800.000 Maestro-Karten sowie den 900.000 Kreditkarten keinerlei Jahr-2010-Probleme gebe. (mp) Freitag, 8. Januar 2010Käse-KrediteWas mittlerweile in fast jeden Kühlschrank in Deutschland Einzug gehalten hat, wird in Italien auch in Banktresoren gelagert und beschert dem Eigentümer Kreditwürdigkeit – jedenfalls wenn er ausreichend davon besitzt. Doch trotz allgemeiner EU-Gleichmacherei ist verfrühte Freude fehl am Platz: Sie sollten jetzt nicht mit der Fotografie Ihres aktuellen Kühlschrankinhaltes zur örtlichen Volksbank eilen und darlehensweise Bares fordern. Denn das, was in der italienischen Emilia Romagna funktioniert, hat eine lange Tradition – und ist wohl auch nur mit dem besonderen Verständnis der Italiener für wahre Werte zu erklären. Denn südlich der Alpen akzeptieren Banken Parmesan als Sicherheit für Kredite, meldet die Süddeutsche Zeitung. Beispielsweise bei der Regionalbank mit dem wohlklingenden Namen Credito Emiliano liegen in klimatisierten und videoüberwachten Lagerstätten Hunderttausende der strohgelben, 40 Kilo schweren Käseräder. 24 Monate muss die Spezialität reifen. So lange lagert das Geldhaus die Laibe ein und leiht dem Erzeuger Geld. In Zeiten undurchsichtiger Kreditweiterverkäufe erfreuen solche reellen Kreditsicherheiten nicht nur Freunde der italienischen Küche. (safi)
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Do, 09.09.2010 08:55
Ironischerweise frage ich mich, inwiefern die "Postbank" z.B. die emotionale Komponente im Rahmen ihrer Kundenakqu [...]
Mo, 06.09.2010 12:57
Mann Leute, lest doch mal genau! Da steht doch, dass der Blog kein Diskussionsbeitrag zu den Thesen von Sarrazin i [...]
Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]