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Dienstag, 18. Mai 2010Kein Konto, keine Chance
Rund eine halbe Million Deutsche leben ohne Bankkonto, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das klingt vielleicht zunächst weniger erschreckend als so manche andere Zahl, wie beispielsweise die 2,4 Millionen Kinder in Deutschland, die laut Bundesfamilienministerium armutsgefährdet sind, oder die acht Millionen Deutschen, die nicht richtig lesen und schreiben können.
Ein Konto ist ja nichts essentielles. Oder doch? Auf der Abwärtsspirale nimmt man ohne Konto rasch an Fahrt auf: Denn welcher Arbeitgeber stellt schon jemanden ein, der bar bezahlt werden muss? Welcher Vermieter akzeptiert Mieter ohne Konto? Zudem ist das Leben ohne Bankkonto teuer: Jede Überweisung, die bei der Bank bar eingezahlt wird, kostet. Selbst die Bundesagentur für Arbeit behält Geld für die Barauszahlung ein. Eigentlich sollte es dieses Problem längst nicht mehr geben. Denn seit 1995 haben sich Banken und Sparkassen verpflichtet, ein Konto auf Guthabenbasis anzubieten. Doch nicht immer geht dies problemlos. Der Gesetzgeber hofft durch das ab Juli vorgeschriebene Pfändungsschutzkonto (P-Konto) Abhilfe zu schaffen, auf dem rund 1.000 Euro vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt sind. Bislang kündigten Banken häufig „leere“ Konten. Besteht aber gar kein Konto mehr, hilft das neue Modell auch nichts. Ob wohl die Saalesparkasse noch kurz vor knapp ein paar Kunden, die möglicherweise ihr Konto in ein P-Konto umwandeln würden, loswerden oder an ihnen besser verdienen möchte? Jedenfalls kündigt sie für ihr Girokonto eine Gebührenerhöhung von 2,50 Euro auf zwölf Euro pro Monat an. Das berichtet das Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (IFF). Wer das fast fünfmal so hohe Entgelt ablehnt, dem wird das Konto gekündigt. Die meisten kostenlosen Girokonten in Deutschland sind an einen bestimmten Gehaltseingang gebunden und/oder werden per Online-Banking geführt – schlechte Bedingungen für die Ärmsten der Gesellschaft. Traurig, dass es kein Recht auf ein Konto gibt. Aufwand und Kosten für ein Guthabenkonto ohne Schnickschnack, das jedes Geldhaus gegen geringe oder keine Gebühren im Angebot haben müsste, dürften für Banken vergleichsweise gering sein („Peanuts“). Die Betroffenen sind ohne Konto jedoch von der Teilnahme am normalen Wirtschaftsleben abgeschlossen. (sf) Montag, 17. Mai 20101,22 Dollar am MontagmorgenSo billig war er seit April 2006 nicht mehr - unser schöner Euro: Heute morgen notierte er bei 1,2237 Dollar. Tendenz fallend. Und so vermengen sich Schuldenkrise der Südstaaten, Ackermanns Griechenland-Anmerkungen, die "Wucht" des Notfallpakets, die Macht der Spekulanten zu einer immer schwierigeren Gemengelage. (mp) Donnerstag, 6. Mai 2010Die 6.000-Euro-BlamageGestern abend habe ich endlich die Steuerpläne der FDP verstanden. Auf die Frage, um wieviel die Verschuldung der Bundesrepublik im Laufe der 75 Minuten dauernden ARD-Sendung "Hart aber fair" gewachsen sei, antwortete Silvana Koch-Mehrin: 6.000 Euro seien mehr auf der Schuldenuhr. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn Koch-Mehrin - sagen wir - Moderatorin einer Kochsendung oder Autorennfahrerin wäre. Ist sie aber nicht, sondern Vize-Präsidentin des Europaparlaments und Mitglied des Präsidiums der FDP. Und da wurde mir plötzlich klar, wie groß das Desinteresse der FDP an der Realität ist oder wie tief die Ahnungslosigkeit in dieser selbst ernannten Wirtschaftspartei (und Steuersenker-Kampftruppe) verwurzelt sein muss. Die heute veröffentlichte Steuerschätzung geht von 39 Milliarden Euro Mindereinnahmen binnen drei Jahren aus. Die richtige Antwort auf die Schuldenuhr-Frage lautet übrigens: knapp 20 Millionen Euro. (mp)  Montag, 3. Mai 2010Türkische Bank im Einsatz für die deutsche Sprache
Als Journalistin, die sich der Pflege der deutschen Sprache verpflichtet fühlt, kann einem bei mancher Marketing-Wortkreation und –Schreibweise schon mal ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen.
Das wohl schönste Beispiel: Der Rucksack, der von einem Hersteller als „Body Bag“ beworben wurde, um ihm wohl ein frischeres Anmuten zu verpassen. Unglücklicherweise bedeutet der Begriff im englischen Sprachgebrauch jedoch „Leichensack“. An manch dämliches Denglisch hat man sich längst gewöhnt. Schließlich lebt die deutsche Sprache, verändert sich und auch in vergangener Zeit haben Sprachkritiker beispielsweise Entlehnungen aus dem Französischen bemängelt. Wer möchte aber heute noch zu einem köstlichen Baguette Stangenbrot sagen oder sein Auto in einem Autohäuschen statt in der Garage parken? Dennoch: Gerade die Namen, die so manche Bank ihren Konten verpasst, sorgen in unserer Redaktion regelmäßig für Kopfschütteln und für eine echte Herausforderung, sie in eine der deutschen Rechtschreibung verpflichtete Schreibweise zu überführen. Die Konten sind „super“ (Santander Direkt-Bank: „Tagesgeld SuperKonto“), bieten vorgeblich Top- oder noch mehr Zinsen (NIBC-Direct: Tagesgeld Mehr.Zins.Konto). Bei der indischen ICICI-Bank fragt man sich, ob das „Hi“ beim „HiZins Tagesgeld“ als Begrüßungsformel herhalten oder auf einen mehr oder minder hohen Zins deuten soll. Einen erfrischenden Schritt ist nun die türkische Ziraat-Bank gegangen: Aus ihrem „Ziraat@ctiveBanking (Tagesgeld)“ wurde das „Kombikonto“, aus dem „ZiraatFestgeld“ einfach „Festgeld“ und der „ZiraatWunschkredit“ zum „Ratenkredit“. Das könnte sich beispielsweise 1822 direkt, eine Tochter der Frankfurter Sparkasse, mit ihrem „Tagesgeld 1822direkt-ZinsCash“ zum Vorbild nehmen... (sf)
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Mo, 06.09.2010 12:57
Mann Leute, lest doch mal genau! Da steht doch, dass der Blog kein Diskussionsbeitrag zu den Thesen von Sarrazin i [...]
Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]
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Die Antwort auf diese Fragen gibt Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch "Nomad – From Islam to America". Da es noch [...]