Ich facebooke, also bin ich. Mehr als eine halbe Milliarde Mitglieder hat das soziale Netzwerk inzwischen, sechs Jahre nach der Gründung. Fehlen noch rund 6,5 Milliarden Menschen rund um den Globus, aber Facebook ist auf einem guten Weg.
Schließlich bekommen schon Säuglinge ihr eigenes Profil von den netzaffinen Eltern angelegt, wehren können sich die Kleinen dagegen nicht. Künftige Klatschreporter werden es einfach haben, wenn sie die Kinderfotos frischgebackener Sternchen künftig bei Facebook nachschlagen können. Aussagen wie "Meine Nase war schon immer so gerade" sind dann einfach nachzuprüfen.
Aber nicht nur Kleinkinder werden von der Datenraupe Facebook einverleibt, auch erklärte Facebook-Gegner sind nicht sicher. Die einzige Möglichkeit: Konsequent den Kontakt zu allen Facebook-Nutzern abbrechen. Denn anderenfalls könnten diese sich versucht sehen, Fotos hochzuladen und den erklärten Facebook-Abstinenten auf dem Bild zu markieren. Das Perfide: Er merkt es nicht einmal. Denn dafür müsste er ja Mitglied sein.
Noch schlimmer sind Facebook-Nutzer-Freunde, die gleichzeitig ein Smartphone haben. Diese könnten in die Versuchung geraten, das sogenannte Facebook-App zu nutzen. In diesem Fall sind Sie verraten und verkauft. In den AGB heißt es: Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet und unterliegen dann den Datenschutzrichtlinien von Facebook. (…). Bitte stelle sicher, dass deine Freunde mit deiner Nutzung ihrer Daten einverstanden sind.
Sind die Daten einmal im Netz, sind sie nicht mehr einfach zu entfernen. Damit sie gelöscht werden, muss man eine E-Mail schreiben oder das Kontaktformular nutzen. Klar oder? Zum Hochladen reicht eine kurze Synchronisation per Handy, zum Löschen muss man eine E-Mail aufsetzen.
Dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar ist das zu bunt. Er hat ein Bußgeldverfahren gegen Facebook eingeleitet. Ob das was bringt? Wäre jedenfalls einfacher, als allen Facebook-Anhängern den Rücken zu kehren.
Übrigens: Niemand zwingt einen, bei Facebook seinen wahren Namen anzugeben. Doch die Pseudonym-Outing-App kommt bestimmt. (cb)
Neueste Kommentare
Mo, 06.09.2010 12:57
Mann Leute, lest doch mal genau! Da steht doch, dass der Blog kein Diskussionsbeitrag zu den Thesen von Sarrazin i [...]
Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]
Do, 02.09.2010 09:01
Die Antwort auf diese Fragen gibt Ayaan Hirsi Ali in ihrem neuen Buch "Nomad – From Islam to America". Da es noch [...]