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Freitag, 5. März 2010Post von der BKK Gesundheit
Die Krankenkasse BKK Gesundheit verschickte neulich Briefe an ihre Versicherten. Die meisten Empfänger dürften sich gedacht haben, die BKK werde sich entschuldigen. Denn wie das ARD-Politmagazin Kontraste herausgefunden hatte, setzte die immerhin 2.500 Mitarbeiter zählende Krankenkasse Subunternehmen ein, die in Heimarbeit ungehindert Zugriff auf sensible Versichertendaten nehmen konnten.
Ein Skandal, den der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, etwas vornehmer so umschrieb: „Ein solcher leichtfertiger Umgang mit Sozialdaten ist mir bisher noch nicht unter gekommen.“  Doch der Inhalt der Briefe war ein anderer: Obwohl man bei der BKK Gesundheit also externe Billigkräfte einsetzte, reichte dies offenbar nicht, der Kosten Herr zu werden. Deshalb, so teilt man den Versicherten nassforsch mit, werde man „mit Wirkung zum 1. Februar 2010“ einen Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat erheben – einkommensunabhängig. „Jetzt, wo sich das Defizit abzeichnet, gilt es rasch und entschlossen zu handeln. Weiteres Abwarten würde uns vielleicht kurzfristig „Image-Punkte“ bringen“, versuchen die Vorstände Udo Sennlaub und Thomas Bodmer das Abkassieren zu rechtfertigen. Mal sehen, wer sich wie zur Wehr setzt – gegen Beitragserhöhung und Datenmissbrauch: Die BKK Gesundheit ist das Ergebnis diverser Fusionen, unter anderem mit der BKK für steuerberatende und juristische Berufe... (mp) Donnerstag, 21. Januar 2010Rot, gelb, grün – schwarz auf weiß
Was politische Diskussionen angeht, neigt der eine oder andere - oft sogar entgegen eigener Intention – zur Schwarz-Weiß-Malerei. Da ist die Agenda 2010 ein kompletter Reinfall gewesen, wenngleich die wenigsten wissen, was sich eigentlich en detail dahinter verbirgt. In Afghanistan verteilen die Deutschen entweder Bonbons oder sind Kriegstreiber. Und der Fiskus schröpft ohnehin nur den kleinen Mann.
Dabei könnte das Leben so bunt sein! An Meinungen. An Lebensentwürfen. An Alternativen. Übrigens auch an Briefumschlägen. Letzteres funktioniert aber nur bedingt mit der Deutschen Post. Zumindest lässt sie es sich teuer bezahlen. Wer einen Standardbrief innerhalb Deutschlands verschickt, zahlt dafür gewöhnlich 55 Cent. Was viele nicht wissen: Für bunte Briefe sind 90 Cent fällig. Begründung: Die Maschinen in den Briefzentren könnten auf farbigen Umschlägen die Adresse zuweilen nicht erkennen - so, so. Wer sich über die Farbenblindheit deutscher Postverteilermaschinen hinwegsetzt und bunte Geburtstagswünsche mit Standard-Porto in den Kasten wirft, verschickt teure Grüße. Der Empfänger muss nicht nur die 35 Cent Aufschlag sondern auch noch 51 Cent „Einziehungsgeld“ löhnen. Den Farb-Zuschlag des Versand-Dienstleisters moniert nun die Monopolkommission. Verbraucherschützer halten ihn für nicht rechtens, da er nirgends explizit aufgeführt wird. Chancen auf eine buntere Briefwelt ohne Mehrkosten - und damit ein noch farbenfroheres Leben? Wir dürfen gespannt sein! (sf) Montag, 23. November 2009McDonald´s wird grünDie McDonald´s-Restaurants werden im äußeren Erscheinungsbild von der Farbe Rot auf Grün umgestellt, melden die Nachrichtenagenturen. Der Branchenprimus legt sich also ein neues Image zu, will umweltfreundlicher erscheinen. Nur: Einen guten Ruf in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz erwirbt man nicht, indem man dem Rat von Farbpsychologen folgt. Dazu gehört mehr, z.B. indem man sparsam mit Energie und anderen Ressourcen umgeht, seinen Verpackungsmüll reduziert oder sich ein überzeugendes Konzept zur Entsorgung nicht verzehrter Fleischklöpse überlegt. (msch) Dienstag, 25. August 2009Neues Szenelokal: "Zur Merkel"
"Buchen Sie das Kanzleramt! Ausgewählte Persönlichkeiten, die nicht notwendigerweise im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind, sich aber durch prägnante Aussagen ('Renditeziel 25 Prozent') in das Herz der Öffentlichkeit geschmeichelt haben, können seit diesem Jahr zu runden Geburtstagen das Kanzleramt (im Berliner Jargon: 'Waschmaschine') für kleinere Festivitäten buchen."
Was sich wie eine Anzeige in der Allgemeinen Hotel-und Gaststättenzeitung liest, ist allerdings das überraschende Ergebnis einer Anfrage der Linken-Politikerin Gesine Lötzsch, die bereits im April erfolgt ist. Vermutlich erst jetzt wurde diese Möglichkeit einer stimmungsvollen und kostenneutralen Abendgestaltung der breiteren Öffentlichkeit bekannt gegeben, um offenbar die Anzahl der Buchungen zu entzerren. (mp) Dienstag, 18. August 2009Post mag keine MontageDreißig Jahre nach dem Hit von Bob Geldofs Boomtown Rats "I don't like mondays" hat sich auch die Deutsche Post zu dieser klaren Aussage bekannt: Sie lässt den Montag zustelltechnisch gerne mal ausfallen. Begründet wird dies mit dem auf 80 Prozent abgesunkenen Briefaufkommen im Juli. Komisch nur, dass dies erst jetzt und nur für den Juli eingeräumt wird. Leere Briefkästen am Montag sind im westlichen Oberbayern, so unsere gar nicht objektive Beobachtung, doch eher die Regel denn die Ausnahme. (mp)  Donnerstag, 6. August 2009Piep, piep, piep - Ikea kassiert anders abAn den Ikea-Kassen stehen mehr Leute Schlange, als ich Samla-Kisten und Jättene-Umzugskartons zu erwerben gedenke. Verdächtig verwaist sind hingegen die in den letzten Monaten in vielen Ikea-Märkten eingeführten Express-Terminals, an denen der Kunde – in Personalunion bereits Einkaufswagenpilot und Slalomspezialist, Möbelexperte und Hochregalfach-Finder – seine Zusatzausbildung zum Kassierer absolvieren kann. Ich habe weniger als 15 Artikel und will mit Karte zahlen, aber ich wappne mich; moderne Technik erweist sich bekanntermaßen häufig als unzulänglich. Den Handscanner geangelt, über den Strichcode gehalten – piep. Nächste Kiste – piep. Und piep. Piep. Piep. Als ich alles eingescannt habe und mich dem Karten-Bezahlterminal zuwende, schwebt blaugelbe Unterstützung heran. Eine Ikea-Mitarbeiterin erklärt, wie der Touchscreen zu bedienen ist. Ich bezahle, fertig. Viel einfacher als gedacht – und schnell: Die anderen stehen immer noch Schlange. Ich gebe aber trotzdem nur 3,5 von maximal 5 Punkten: wegen möglicher Personaleinsparungen. Und weil ich mir als braver neu gewonnener Teilzeit-Ikea-Mitarbeiter eine kleine Belohnung dafür wünschen würde, mich selbst abzukassieren. Wie wär’s mit fünf Prozent Rabatt? (spez) Dienstag, 28. Juli 2009Prognosen sind schwierig ...
Was haben sie sich aufgeregt, trillergepfiffen und ihre Praxen geschlossen - die Damen und Herren Ärzte, angespornt von Interessenvertretern und Lobbyisten. Jetzt liegen belastbare Zahlen auf dem Tisch: Die umstrittene "Honorarreform" hat Zuwächse von bis zu 21 Prozent erbracht - je nach Fachrichtung. Lediglich die Orthopäden bekamen einen Schlag gegen das Schienbein - mit minus vier Prozent.Â
Betrachtet man die Verteilung nach Bundesländern weist die Statistik lediglich in Baden-Württemberg einen leichten Rückgang der Honorare aus - ansonsten ziert die Deutschlandkarte ein großflächiges Pluszeichen. Das ist offenbar zuviel des Guten für dauernörgelnde Lobbyisten. Viele der düsteren Vorhersagen, etwa der Kassenärztlichen Bundesvereiningung, sind also nicht eingetroffen. Das versucht sie jetzt - teil schmallippig, teils trotzig - zu rechtfertigen. Prognosen sind eben schwierig, "besonders, wenn sie in die Zukunft gerichtet sind", soll Karl Valentin in Fällen wie diesen gesagt haben. (mp) Mittwoch, 8. April 2009Der Millionen-Mehdorn
Das Ansehen der deutschen Bahn war wohl noch nie so schlecht wie heute, und das liegt auch an dem dickschädeligen Auftreten seines ehemaligen Vorstandes. So wie es aussieht, hat der angeblich so erfolgreiche Ex-Bahnchef nun Angst um sein ihm zustehendes Salär bis 2011. Um wie viele Millionen es sich dabei handelt, weiß keiner, außer dass es um die Einhaltung seines Vertrages geht. Aber wäre es angesichts seiner verkehrspolitisch alles andere als positiven Bilanz nicht angebrachter, sich damit jetzt zurückzuhalten? Nur gerade das dürfte ihm schwerfallen. (msch)
Mittwoch, 1. April 2009Post experimentiert mit Bojen
Die Deutsche Post AG nimmt die Proteste über die Ausdünnung ihres "Agenturnetzes" ernster als vielfach angenommen. An Orten mit "suboptimaler Servicequalität", so heißt es in einem internen Papier des Unternehmens, versucht sie nun mit neuartigen Postbojen die Erreichbarkeit zu vergrößern und das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.
Am Ammersee in Oberbayern kommt eine der ersten dieser Bojen zum Einsatz, die im typischen Denglisch international tätiger deutscher Unternehmen als "Swimming Service Point" (SSP) bezeichnet wird. Ende 2009 soll darüber entschieden werden, so ein Sprecher des Bonner Unternehmens, ob diese Service Points auf allen deutschen Binnengewässern zum Einsatz kommen. Details über die Handhabung dieser Bojen finden Sie hier im stets gut informierten Blog vom Ammersee, der diese Post-Innovation entdeckt hat. (mp) Donnerstag, 19. März 2009Maximal ein fliegender RäucheraalManchmal sind Wirtschaftsjournalisten auch mit durchaus handfesten Fragen des Lebens konfrontiert, denn es gibt ja auch ein Leben neben dem Journalismus. So war diese Woche die Frage zu klären, ob man - angesichts der andauernden und mitunter bizarren Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr - einen Räucheraal im Handgepäck transportieren darf, beispielsweise auf einer Flugreise von Hamburg nach München. Der Grund: Ins Handgepäck dürften so viele Lebensmittel, wie man theoretisch verzehren könnte. Weil es unrealistisch sei, dass eine Person bei einer Flugdauer von etwa einer Stunde und 20 Minuten zwei Exemplare verspeisen könne, muss der zweite Knochenfisch in Hamburg bleiben. Freitag, 20. Februar 2009Willkommen in der Realwirtschaft
Jeden Abend auf meinem Heimweg fahre ich an der „Realwirtschaft Stragula“ vorbei. Diese im Münchner Westend gelegene Wirtschaft erläutert ihren sonderbaren Namen so: „Warum ‚Realwirtschaft’? Vielleicht lieber Café, Bistro, Bar, Gasthaus, Restaurant oder nur Wirtschaft? Das gefiel uns alles nicht. Da erinnerten wir uns an eine alte Bezeichnung, die uns bei alten Landgasthöfen und sogar in Berlin über den Weg lief: Reale Bierwirtschaft. Das waren früher Wirtschaften, die ein eingetragenes Bierschankrecht auf dem Gebäude hatten. Heutzutage hat diese Bezeichnung keine rechtliche Bedeutung mehr, aber uns gefiel die Assoziationsbreite des Namens (wie reel oder nicht abgehoben usw.) und da es bei uns außer dem vorzüglichem Augustiner Bier auch noch andere Getränke und eine innovative Küche gibt, wurde das Stragula eine Realwirtschaft.“
An dieser Erklärung gefällt mir besonders die Wendung „sogar in Berlin“. Wenn etwas Absonderliches „sogar in Berlin“ verwendet wird, dann kann es nicht ganz so schlimm sein, heißt das. Nach diesem Muster werden derzeit auch die absonderlichen Bemühungen der Berliner Politiker wahrgenommen, einen „Rettungsschirm für die Realwirtschaft“ zu entfalten. Da lobe ich mir die reale Münchner Realwirtschaft - denn was ist schon eine Berliner Weiße gegen ein Augustiner!? (wh) Donnerstag, 15. Januar 2009Abwrackprämie ja, aber ganz andersWer da keine Dollar-Augen kriegt: Der wegen einer Mischung aus eigener Unfähigkeit und schlechter Rahmendaten dahin siechenden sogenannten „Paradeindustrie“ Deutschlands, der Autoindustrie, soll mit einer „Umweltprämie“ unter die Kotflügel gegriffen werden - zusätzlich zu der seit Jahren ohnehin verkaufsfördernden Dienstwagensteuer. Da fragen wir uns: Was ist eigentlich mit all den anderen Industriezweigen? Der Maschinenbau, das sich ständig bemitleidende Transport- und Logistikgewerbe oder etwa die Textilindustrie? Immerhin arbeiten dort, in den uns kleidenden größtenteils mittelständischen Unternehmen, rund 150.000 Menschen, Zulieferer nicht eingerechnet. Zum Abwracken böten sich hier massenhaft aus der Mode gekommene Jacken, Pullover und Hosen an. Die täglich auf der Straße sehen zu müssen, ist mindestens so unansehnlich, wie alte Schrottkisten auf vier Rädern. Und man tut noch was Gutes dabei: Nicht die Boni der Automobil-Manager bleiben erhalten, sondern Rotes Kreuz, Caritas und Diakonisches Werk und deren Kunden freuen sich. (msch) Donnerstag, 18. Dezember 2008Lebensversicherer als WohltäterIn Krisenzeiten werden auch Nicht-Meldungen zu Nachrichten: Nach der Axa hat heute auch die DBV-Winterthur mit dem Tremolo des Wohltäters verkündet, dass die Überschussbeteiligung für die Kapitallebensversicherungen 2009 konstant bleibt. Mal sehen, welcher Assekuranz das heute auch noch eine Mitteilung wert ist...(mp) Freitag, 14. November 2008Kinderfreundliche PKV
Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft - doch eher eine hohle Floskel denn gesellschaftlicher Konsens. Nur ein Indiz: Zum zweiten Mal in Folge hat einer der führenden privaten Krankenversicherer seine Beiträge für Kinder um deutlich über zehn Prozent angehoben. Begründung: "geänderte Leistungsinanspruchnahme". Mit anderen Worten: Kinder sind häufiger krank als ältere Versicherte, was sanktioniert werden muss. (mp)
Mittwoch, 12. November 2008Freiheit für die Gurken!?
Ob das gut geht? Die Europäische Union hat heute beschlossen, den Gurken-Krümmungsgrad abzuschaffen. Der Verbraucher wird in Zukunft also mit Gurken konfrontiert, die beliebige Krümmungsgrade habe, die also vollkommen unreguliert gewachsen sind. Gar nicht auszudenken, welchen Gefahren die Bürger dadurch ausgesetzt werden. Im Finanzsektor hat man ja gesehen, wohin so etwas führt.
Nein, wir halten es da lieber mit dem römischen Kaiser Diokletian (284-305), der einst weise - wie heutzutage wohl nur Teilchen-Physiker - urteilte: „Alles unkontrollierte Handeln ist eine Erfindung der Gottlosen.“ (wh)
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Neueste Kommentare
Do, 09.09.2010 08:55
Ironischerweise frage ich mich, inwiefern die "Postbank" z.B. die emotionale Komponente im Rahmen ihrer Kundenakqu [...]
Mo, 06.09.2010 12:57
Mann Leute, lest doch mal genau! Da steht doch, dass der Blog kein Diskussionsbeitrag zu den Thesen von Sarrazin i [...]
Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]