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Freitag, 10. Juli 2009Ich glaub’, ich flieg im StehenMichael O’Leary verfügt über eine traumwandlerische Sicherheit, Themen aufzuspüren, die seinen Billigflieger Ryanair regelmäßig in den Schlagzeilen landen lassen. Nach gewichtsabhängigen Flugpreisen und kostenpflichtigen Bordtoiletten ist es diesmal – tadaaa: das Fliegen im Stehen. „Wenn es dafür einen Nulltarif geben würde, würden Sie dann bei einem einstündigen Flug stehen?“, fragt die Airline. Und lotet auch gleich aus, wie stark man einen stehenden Fluggast schröpfen könnte: „Wenn es dafür einen um die Hälfte reduzierten Flugtarif geben würde, würden Sie dann bei einem einstündigen Flug stehen?“ Nein, das ist kein Witz, das ist ein O’Leary, nachzulesen auf der Ryanair-Website, wo eine entsprechende Umfrage zumindest angekündigt wurde: Zunächst verwies der Link noch auf die entsprechende Presseerklärung. Vielleicht hat man ja festgestellt, dass sich das Fliegen im Stehen nicht mit den Sicherheitsvorschriften vereinbaren lässt. Oder befürchtet, dass niemand mehr fürs Fliegen im Sitzen zahlen will, wenn es im Stehen nix kostet...(spez) Montag, 11. August 2008Offene Worte eines Managers
In seltener Deutlichkeit hat ein Manager einen Fehler eingestanden. Michael O'Leary, Boss des sogenannten Billigfliegers Ryanair, beurteilt sein Verhalten, warum sein Unternehmen sich nicht gegen den steigenden Ölpreis abgesichert hat, eindeutig und unmissverständlich: "Ich war bescheuert". Irische Offenheit.
Zur Klimadiskussion hat O'Leary, wie zu vielem anderen, auch eine Meinung. "Wahrscheinlich produzieren die 600 Kühe auf meiner Farm mehr CO2 als unsere Flotte", sagte er der heute erschienenen Wirtschaftswoche. (mp) Dienstag, 5. August 2008Ebay kassiert zweimal mit der BahnGanz hinten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der derzeit von der Deutschen Bahn beim Auktionsportal Ebay angebotenen Fahrscheine findet sich folgender Hinweis: „Die entgeltliche Weitergabe der Fahrkarten ist ausgeschlossen und macht die Fahrkarten ungültig. Ausgenommen von dieser Regelung ist lediglich der Weiterverkauf der nach Nr. 2 vom Käufer selbst erworbenen maximal 20 Fahrkarten auf auf www. ebay.de“ Ein Schelm, wer Arges dabei denkt: Der Weiterverkauf ist verboten – es sei denn, er findet bei Ebay statt. Dann ist er nicht nur erlaubt, sondern höchstwahrscheinlich sogar erwünscht, denn in diesem Fall verdient Ebay an einem Ticket gleich zweimal. Klingt nach Grundkurs Kapitalismus. (spez) Dienstag, 5. August 20083, 2, 1 – Bahn frustriert ihre Kunden
Man hat’s ja geahnt: Die Bahn verscherbelt Tickets bei Ebay – das kann nicht gut gehen. Und kaum sind die ersten Fahrscheine weg, gibt es auch schon Ärger. Der Grund: Zuerst hat die Bahn Fahrkarten versteigert. Der arglose Käufer dachte sich, er macht ein Schnäppchen – nur um festzustellen, dass ein paar Tage später die gleichen Ticket-Kategorien im Sofortkauf angeboten wurden, und zwar für deutlich weniger Geld, als viele Höchstbietende bezahlt hatten.
Nun fühlen diese sich gelinde gesagt veräppelt, können aber nicht viel machen: Ein Umtauschrecht räumt die Bahn nicht ein; die negativen Kommentare, die wütende Nutzer im Profil des Anbieters hinterlassen haben, sind aber mehr als ein stummer Protest. Die Bahn verprellt ihre Kunden, und das Auktionshaus verdient daran kräftig mit – bei dieser Kooperation haben wohl beide gründlich danebengegriffen. (spez) Freitag, 11. Juli 2008Air Berlin und der Kinderschutz
Wer bei Air Berlin einen Flug im Internet buchen will, muss sich auf einiges gefasst machen. Schmeißt einen das System aus dem Buchungsvorgang raus, muss man sich im dritten Anlauf die lakonische Feststellung gefallen lassen: Buchung konnte nicht abgeschlossen werden. "Wahrscheinlich handelt es sich bei Ihnen nicht um einen Erwachsenen". (mp)
Dienstag, 8. Juli 2008Jetzt den Sommerurlaub 2009 buchen!
Geht’s noch? Dass Billigflieger ihre günstigsten Plätze ein Jahr im Voraus verramschen, na gut. Aber Urlaubsplanung mit zwölf Monaten Vorlauf? Man kann Planungssicherheit auch übertreiben.  Vermutlich hat der Veranstalter ausschließlich das Wohl des Gastes im Blick. Vorfreude ist ja die zweitschönste nach der Schadenfreude. Und die, also die Vorfreude, soll wohl umso länger währen. (spez) Foto: Florian Eiserle/ddp Dienstag, 3. Juni 2008Frankfurt ist Spitze!
Von wegen München oder das Schwabenmetropölchen Stuttgart. Nein, Frankfurt am Main hat nach einer Untersuchung des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts unter den 30 größten deutschen Städten die besten Zukunftsaussichten. Es erinnert an die alte Devise der 70er Jahre: Hessen vorn! (mp)
Donnerstag, 29. Mai 2008Schwer ist leicht
Der Billigflieger Germanwings erhebt neuerdings eine Gepäckgebühr. Fluggäste mit schwerem Gepäck sollen stärker als bisher an den gestiegenen Kerosinkosten beteiligt werden.
Je schwerer, desto teurer? Denkste. Ein Reisender mit einem acht Kilo schweren Koffer kommt jetzt schlechter weg als zuvor, weil er fünf bis zehn Euro Gebühren zahlen muss, während bisher sein Gepäck kostenlos mitflog. Wer aber einen 23 Kilo schweren Koffer dabeihat, fliegt künftig billiger: Er zahlte bisher 16 Euro (des Übergepäcks wegen) und zahlt neuerdings ebenfalls nur noch fünf bis zehn Euro. Wo bleibt da die Logik? Wir empfehlen: ein paar Extraschichten an den Gepäck-Förderbändern, um am konkreten Beispiel über Schweres und Leichtes nachzudenken. (spez) Donnerstag, 3. April 2008Nimm Platz bei GermanwingsBin gestern mal wieder per "Billigflieger" - Germanwings - über Deutschland geschwebt. Eine der "Errungenschaften" dieser Gesellschaften ist ja die freie Platzwahl (Werbespruch: "Bei uns genießen Sie den Service der freien Platzwahl") - eine Freude für jeden Marktliberalen. Denn die (Sitz-)Verteilung machen die freien Kräfte (Passagiere) des Binnenmarktes (der konkrete Flug) unter sich aus. Denkste! Es wird peinlich genau darauf geachtet, dass zunächst "die Passagiere mit den Bordkartennummern 1 - 30" den Innenraum des Fluggeräts entern. Somit wird das hehre "Wir-sind-ja-so-anders"-Billigflieger-Freiheitsprinzip unterwandert. Egal, denn wie man hört, wird Germanwings ohnehin bald zur klassischen Sitzplatzverteilung nach Reihe und Sitznummer übergehen. Noch schöner wäre es, wenn man dem Bodenpersonal (neudeutsch: ground staff) auch einen Kurs "Transparente Kommunikation" verordnen würde: Da hätten sie gestern sowohl bei Hin- und Rückflug schon üben können: "Der Abflug verzögert sich voraussichtlich um eine halbe Stunde". (mp) Donnerstag, 28. Februar 2008Reisen, Reisen über alles!
Eine soeben veröffentlichte Studie der Postbank zur privaten Altersvorsorge erlaubt einen tiefen Blick ins Seelenleben der Deutschen:
„Auf die Frage, für was die Einkünfte aus einer privaten Altersvorsorge später verwendet werden sollen, stehen Reisen hinter dem allgemeinen Ziel, den Lebensstandard zu halten, mit 47 Prozent Nennung unter allen Berufstätigen ganz oben auf der Liste. Erst weit dahinter rangieren Ziele wie Wohnungsrenovierung (21 Prozent), Unterstützung von Kindern im Studium (17 Prozent) oder von anderen Familienangehörigen (15 Prozent). Gegenüber der Vorjahresbefragung stieg die Nennung von Reisen als Verwendungsziel für Geld aus einer privaten Altervorsorge von 37 Prozent auf nunmehr 47 Prozent - und damit stärker in der Gunst der Berufstätigen als jede andere Verwendungsform.“ Mit anderen Worten: Reisen ist den Deutschen wichtiger als die (Aus-)Bildung ihrer Kinder. Die miserable Bildungspolitik quer durch alle Bundesländer trägt dieser Wertschätzung der Bürger Rechnung, verwirklicht also den Willen des Volkes. Das ist Demokratie. (wh) Montag, 19. November 2007Die TUI und der Codename "Free Seat"
Jetzt hat sich TUIfly was Neues einfallen lassen und verhökert frei gebliebene Plätze für 20 Euro - an den Nachbarn. Der geneigte Fluggast kann sich auf Flügen, deren Auslastung das hergibt, für zwei Zehner einen freien Nebenplatz erkaufen. Natürlich erst beim Check-In, nicht etwa schon vorab im Internet. Die Nachfrage sei da, heißt es bei der Gesellschaft: von Familien mit Kindern auf Urlaubsflügen genauso wie von Geschäftsleuten, die auf innerdeutschen Routen ungestört arbeiten wollen. Clever, clever. Normalerweise verdiente die Airline an leer bleibenden Sitzen nämlich gar nichts. So sind es immerhin 20 Euro. Nur der Codename des Angebots, der ist ein bisschen einfallslos: "Free Seat". Aber egal, Hauptsache englisch - damit es wieder richtig wichtig klingt. Montag, 8. Oktober 2007Navigieren mit AldiErst nach fünf Stunden kann man offenbar die vielen angepriesenen Vorzüge des neuen mobilen GPS-Navigationssystems Medion MD 96310 auch tatsächlich nutzen, das der Discounter Aldi derzeit für 199 Euro Orientierungssuchenden anbietet. Orientierung gibt es indes erst nach einem fünfstündigen Vorlauf, denn der Akku bedarf laut Betriebsanleitung „aus Spannungsgründen“ einen laufenden Motor oder gar Fahrbetrieb, um ordentlich geladen zu werden. Soviel Langmut für die schnellste Routenberechnung und „aktive Stauumfahrung“ hat selbst der Aldi-Verkäufer nicht erwartet. Anstandslos nahm er das innovative Produkt zurück – wohl auch um zu vermeiden, dass die Käufer auf dem Aldi-Parkplatz fünf Stunden lang etwas für die Klimaerwärmung unternehmen ... Hersteller Medion indes sucht noch nach den richtigen Worten auf unsere Anfrage. Dienstag, 15. Mai 2007Über den Wolken ...Geht es nach den Fluglinien, dürften Fluggäste künftig noch für mehr Dienstleistungen extra bezahlen. Eine Umfrage unter fast 200 Chefs internationaler Fluglinien ergab, dass 35 Prozent der Manager darüber nachdenken, von Passagieren künftig für die freie Wahl des Sitzplatzes Geld zu verlangen. Fast genauso viele überlegen, ob das Unterhaltungsprogramm in Zukunft noch kostenlos sein soll. 24 Prozent könnten sich vorstellen, keine Gratis-Verpflegung mehr auszugeben, und 17 Prozent fragen sich, ob Decken und Kopfkissen weiterhin gratis sein sollten. Unsere Vorschläge: Unterhaltungs-Bildschirme mit Münzschlitzen (1 Stunde: 2 Euro), Decken und Kissen gratis nur bei einer Kabinentemperatur unter 10 Grad Celsius (das Gleiche gilt für warmes Essen), Notfallpläne nur gegen Bares - und eine Gebühr dafür, über den Wolken das stille Örtchen zu benutzen ... Dienstag, 8. Mai 2007Kinderfreundliches Deutschland?
„Ihre Kids fliegen bei uns gratis mit“, titelte der TUIfly-Newsletter. Familienfreundliches Deutschland? Zu früh gefreut, denn das Ganze war nur von kurzer Dauer: Wer nicht innerhalb der ausgeschriebenen fünf Tage buchte, muss nun wieder den vollen Preis bezahlen und nicht mehr nur Steuern und Gebühren.
Ein Werbegag also, sonst nichts. Und wieder einmal wünscht man sich, die Billigflieger wollten sich wenigstens ab und an ein Beispiel an gestandenen Gesellschaften nehmen. In diesem Fall an der Lufthansa, die den Mund nicht so voll nimmt, dafür aber mehr bietet. Bei ihr kann man sich auf deutschen und europäischen Strecken bei Buchungen bis Ende Juni den Flugpreis für Kinder bis elf Jahre sparen und muss nur Steuern, Gebühren und die Ticket Service Charge entrichten. Kinderfreundliches Deutschland? Geht doch! Dienstag, 24. April 2007Wer ohne Not, sitzt am AusgangAuch Billigfliegern ist die Sicherheit lieb und vor allem teuer. Dass man nämlich an Sicherheitsvorschriften gut verdienen kann, zeigt das Beispiel der Sitze an den Notausgängen. Dort muss mehr Platz sein als anderswo, und den kann man den Kunden schmackhaft machen: Condor verscherbelt die Plätze in der Exit-Reihe unter dem Begriff "XL-Seat" für einen Aufpreis von 20 Euro auf Kurz- und Mittelstrecken und 60 Euro auf Langstrecken. Die normale Sitzplatz-Reservierung kostet 10 Euro oneway. Und auch TUIfly verkauft die Plätze mit größerer Beinfreiheit für mehr Geld: für 20 Euro pro Strecke (statt 4,99 bis 7,99 Euro für normale Plätze). Merke: Wo eine Nachfrage, da ein Geschäft.
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Mo, 06.09.2010 12:57
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Mo, 06.09.2010 12:53
Guten Tag, Meine bekannten und ich haben die gleiche Meinung wie Herr Sarrazin dieser Mann hat recht, nur unse [...]
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